Gut besuchter Info-Abend „Strom teilen, Kosten senken“ in Neuhofen
Gut besuchter Info-Abend „Strom teilen, Kosten senken“ am 12. März 2026 im Gemeindeamt Neuhofen: Über 70 Interessierte aus Neuhofen, Kematen und Piberbach informierten sich darüber, wie sie mit gemeinschaftlicher Stromnutzung ihre Energiekosten senken und die regionale Energiewende unterstützen können. Eingeladen hat die Klima- und Energiemodellregion (KEM) Traun-Kremstal.
Zu Beginn präsentierte KEM-Manager Michael Girkinger Zahlen, die die Erfolgsgeschichte der Energiegemeinschaften in Österreich unterstreichen. Energiegemeinschaften gibt es seit 2021 – seither ist ihre Zahl rasant gestiegen: Ende 2025 gab es bereits 5.590 Erneuerbare Energiegemeinschaften und 1000 Bürgerenergiegemeinschaften. Das Potenzial, Strom regional zu teilen, wächst mit den steigenden PV-Kapazitäten: In den sechs KEM-Mitgliedsgemeinden Traun, Ansfelden, Pucking, Neuhofen, Kematen und Piberbach wurden 2025 bereits rund 21.000 MWh PV-Strom erzeugt, nahezu eine Verdoppelung gegenüber 2023 mit 12.000 MWh.
KEM-Gemeinden als Vorbilder und Multiplikatoren
Bürgermeisterin Petra Baumgartner betonte in ihrer Begrüßung, wie wichtig es sei, die Energieversorgung unabhängiger von globalen Energiekonzernen zu machen. „Wir müssen die Scheu verlieren, Neues auszuprobieren, zum Beispiel, indem wir die neuen Möglichkeiten nutzen, Strom regional zu erzeugen und zu teilen“, so Baumgartner. Bürgermeister Markus Stadlbauer hob die Rolle der Gemeinden als Vorbilder und Multiplikatoren hervor. „Ob es um Energiegemeinschaften, Renaturierung oder den Ausbau erneuerbarer Energien geht – Gemeinden sind mit ihrer Bürgernähe prädestiniert, voranzugehen und Menschen zum Mitmachen zu motivieren.“
Harald Geißler: Strom teilen als „riesige Chance“
In seinem Impuls zeigte Energiepionier Harald Geißler, welche Chancen das Stromteilen für Haushalte bietet. Energiegemeinschaften ermöglichen nicht nur günstigere Stromtarife, sondern senken auch Netzkosten: Für lokale Energiegemeinschaften reduziert sich das Netznutzungsentgelt um rund 57 Prozent, für regionale um rund 28 Prozent pro Kilowattstunde. Bestehende Stromlieferverträge bleiben durch die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft unverändert. Eine eigene PV-Anlage ist keine Voraussetzung, um Mitglied zu werden – auch reine Verbrauchshaushalte können mitmachen.
Vier Energiegemeinschaften und eine Genossenschaft stellten sich vor
In Kurzpräsentationen stellten sich im Anschluss fünf Akteure vor: die EEG Unteres Kremstal, die EEG Bad Hall, die BEG Ansfelden, das Unternehmen neoom, das auch Energiegemeinschaften betreibt, sowie die Genossenschaft Ströme, die über Bürgerbeteiligungsmodelle größere PV-Projekte realisiert. Im Anschluss nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, an den Infotischen persönliche Fragen zu stellen und konkrete nächste Schritte zu besprechen.
Balkonkraftwerk verlost
Zum Abschluss wurde unter allen Anwesenden ein Balkonkraftwerk im Wert von 330 Euro verlost – ein idealer Einstieg in die eigene Stromproduktion. Ein solches Balkonkraftwerk kann in 20 Jahren mehrere Tausend Kilowattstunden Strom liefern und – bei Nutzung im E-Auto – rechnerisch rund 3.000 Liter Benzin ersetzen.
Weitere Informationen:
EEG Unteres Kremstal
EEG Bad Hall
BEG Ansfelden
neoom
Genossenschaft Ströme