Die globale Stromwende nimmt Fahrt auf
Die weltweite Umstellung auf saubere Stromerzeugung gewinnt 2025 spürbar an Tempo – getrieben vor allem durch den rasanten Ausbau von Solar- und Windkraft. Laut aktuellen Analysen der Denkfabrik Ember zeigt sich: Erneuerbare Energien sind immer günstiger geworden und beginnen fossile Energieträger im Strommix klar zu überholen.
Erneuerbare neue Nummer 1 im globalen Strommix
Im ersten Halbjahr 2025 stieg die weltweite Stromnachfrage um 2,6 % bzw. 369 TWh. Dieses Plus wurde vollständig – und sogar etwas mehr – durch zusätzlichen Strom aus Sonne (+306 TWh, +31 %) und Wind (+97 TWh, +7,7 %) gedeckt. Die erneuerbare Stromerzeugung wuchs um 363 TWh auf 5.072 TWh und übertraf damit erstmals die Stromproduktion aus Kohle, die auf 4.896 TWh zurückging. Der Anteil der Erneuerbaren an der globalen Stromerzeugung stieg auf 34,3 %, während Kohle auf 33,1 % fiel.
Bereits 2024 entfielen über 90 % der weltweiten Investitionen in neue Stromerzeugungskapazitäten auf Erneuerbare Energien. Die alten Stromenergien aus Atomenergie, Erdöl, Erdgas und Kohle spielen zusammen mit einem Anteil von 7,5 % bei Neuzubauten keine nennenswerte Rolle mehr.
Solar und Wind als Treiber
Der Rekordzubau bei Photovoltaik ist der Hauptmotor dieser Entwicklung: Solarstrom deckte allein rund 83 % des weltweiten Nachfrageanstiegs. Ein Großteil des Zubaus erfolgte in China (55 %), dahinter rangieren mit deutlichem Abstand die USA (14 %) und die EU (12 %). Zusammen mit moderatem Windwachstum wächst damit saubere Stromerzeugung schneller als der Bedarf – ein entscheidender Schritt hin zu sinkenden Emissionen im Stromsektor. Laut Ember sehen wir damit „erste Anzeichen eines entscheidenden Wendepunkts“, an dem erneuerbare Energien das globale Stromsystem zunehmend dominieren.
Disruptive Entwicklungen

Die Grafiken von Ember veranschaulichen eindrucksvoll, wie sich die Stromwelt durch Elektrotechnik in allen Bereichen rasant verändert: Bei der Erzeugung steigen der Zubau von Solar‑ und Windkraft seit 2010 nahezu exponentiell an. Bei den Netzen und Speichern verlaufen die Kurven für Batteriespeicher und Netze ähnlich steil. Auf der Nachfrageseite wachsen Elektroauto‑ und Wärmepumpenverkäufe ebenfalls explosionsartig, während der Markt für Verbrenner-Autos schon seit 2017 schrumpft. Diese stark ansteigenden Kurven machen sichtbar, dass wir nicht nur ein graduelles Wachstum sehen, sondern eine technologische Revolution, bei der neue elektrische Technologien die Art, wie Strom erzeugt, transportiert und genutzt wird, grundlegend verändern.
Saubere Energien bringen mehr Versorgungssicherheit
Der Bericht zeigt: Der Ausstieg aus Kohle ist weltweit in Gang, auch wenn er regional sehr unterschiedlich verläuft. Wer jetzt konsequent auf den weiteren Ausbau von Solar- und Windkraft, Netzen und Speichern setzt, kann das Momentum nutzen – für sinkende CO₂‑Emissionen, mehr Versorgungssicherheit und langfristig stabile Strompreise. Eine letzte Zahl: Laut Spiegel (Nr. 4 / 2026) gaben die EU-Staaten zuletzt insgesamt 427 Milliarden Euro für fossile Energien aus – der Großteil davon muss importiert werden.