Rund 120 Interessierte beim Info-Abend „Strom teilen, Kosten senken“ in Schloss Traun
Traun, 27. April 2026 – Rund 120 Besucher:innen informierten sich letzten Donnerstag, 23. April, abends im Schloss Traun über die Vorteile, erneuerbaren Strom gemeinsam zu erzeugen, zu nutzen und zu teilen. Eingeladen hatten die Gemeinden Traun, Ansfelden und Pucking im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion (KEM) Traun-Kremstal.
Zu Beginn präsentierte KEM-Manager Michael Girkinger Zahlen zur Entwicklung der Energiegemeinschaften in Österreich. Energiegemeinschaften gibt es seit 2021 – seither ist ihre Zahl rasant gestiegen: Ende 2025 gab es bereits 5.590 Erneuerbare Energiegemeinschaften und 1.000 Bürgerenergiegemeinschaften. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und stärken die heimische Energieunabhängigkeit. „Jede kWh aus Wasser, Wind, Sonne und Bioenergie macht uns unabhängiger von fossilen Preisschocks und stärkt unsere Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Resilienz“, betonte Girkinger.
Harald Geißler: Strom teilen als „riesige Chance“
In seinem Impuls zeigte Energiepionier Harald Geißler, welche Chancen das Stromteilen für Haushalte bietet. Energiegemeinschaften ermöglichen nicht nur günstigere Stromtarife, sondern senken auch Netzkosten: Für lokale Energiegemeinschaften reduziert sich das Netznutzungsentgelt um rund 57 Prozent, für regionale um rund 28 Prozent pro Kilowattstunde. Bestehende Stromlieferverträge bleiben durch die Teilnahme an einer Energiegemeinschaft unverändert. Eine eigene PV-Anlage ist keine Voraussetzung für die Mitgliedschaft – auch reine Verbrauchshaushalte können mitmachen. Von April bis September setzt das neue Stromgesetz zusätzlich einen Anreiz, Sonnenstrom zu nutzen: Zwischen 10:00 und 16:00 Uhr fallen 20 Prozent weniger Netzkosten an.
Vier Energiegemeinschaften, eine Genossenschaft und die Energie AG präsentierten Angebote
In Kurzpräsentationen stellten sich anschließend sechs Akteure mit ihren Angeboten vor: die Energiegemeinschaften Traun-Pucking und Ansfelden sowie Raika Energie und neoom, das auch Energiegemeinschaften betreibt, außerdem die Genossenschaft Ströme, die über Bürgerbeteiligungsmodelle größere PV-Projekte realisiert. Abschließend präsentierte sich die Energie AG mit ihren Angeboten, wie dem Fairteiler, der es Kundinnen und Kunden ermöglicht, Strom untereinander zu teilen. Im Anschluss nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, an den Infotischen Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Balkonkraftwerk verlost
Zum Abschluss wurde unter allen Anwesenden ein Balkonkraftwerk im Wert von 330 Euro verlost – ein idealer Einstieg in die eigene Stromproduktion. Ein solches Balkonkraftwerk kann in 20 Jahren mehrere Tausend Kilowattstunden Strom liefern und – bei Nutzung im E-Auto – rechnerisch rund 3.000 Liter Benzin ersetzen.
HIER können Sie die Folien der Vortragenden downloaden.